Hello Mister Spider – Focus Stacking

13. März 2018

Zwischen Zähneputzen und Anziehen, während man eigentlich keine Zeit für sowas hat, krabbelt eine kleine Spinne über meinen Badezimmerboden.

Die erste Reaktion von anderen, vielleicht… Uaaaaah! Platt klatschen!
Meine… Uaaaah, geil, ein entspanntes Fotoobjekt :D

Schnell das Makroobjektiv draufgeklickt und das kleine Ding ins Licht gehoben auf den Klodeckel :P

Gut, solch kleine Viecher komplett scharf zu bekommen mit nur einem Bild ist unmöglich. Außerdem hatte ich nicht so schnell ein Stativ oder Makroschlitten zur Hand. Also klickerte in meinem Kopf: Focus Stacking! Probierst das halt mal aus. Einmal schnell mehrere Ebenen des Achtbeiners scharf fotografieren und dann wird das schon :D Wie ich halt so bin, was sowas angeht, hihi^^

Was ist Focus Stacking?

Das Problem bei der Makrofotografie ist, vor allem bei sehr kleinen Objekten, dass man mit einem Bild nicht alle Bereiche des Objekts scharf abbilden kann. Man hat mit einer zu geringen Tiefenschärfe zu kämpfen.

Auch eine hohe Blendenzahl stellt keine umfassende Lösung dar, denn bis zu einer bestimmten Blendenzahl nimmt die Schärfentiefe zwar zu, darüber hinaus nimmt die allgemeine Schärfe jedoch ab. Dies ist auf die Brechung des Lichts an der Blende zurückzuführen. Außerdem wächst mit längeren Verschlusszeiten das Risiko für Bewegungsunschärfe und Verwacklungen.

Die Lösung heißt Focus Stacking (oft auch Foto Stacking genannt). Das Motiv wird mehrmals hintereinander fotografiert, wobei die Schärfe bei jedem Einzelbild jeweils auf eine andere Stelle gelegt wird. Es entsteht eine Bildserie mit vielen verschiedenen Schärfeebenen. Danach montiert eine geeignete Focus Stacking Software die scharfen Bereiche der Einzelbilder zu einem Gesamtbild mit Schärfentiefeerweiterung zusammen.
[Quelle: https://www.pixolum.com/blog/fotografie/focus-stacking-scharfe-bilder-fokusvariation]

 

Hier seht ihr eine Animation der veschiedenen Schärfeebenen anhand von meinem Beispielbild. Der Fokus wurde immer leicht versetzt.

 

Bearbeitung der Einzelbilder

Mein Motiv entstand am Ende mit Photoshop, da ich keine geeignete Software für Focus Stacking zur Verfügung hatte. Also wurde mir keine Arbeit abgenommen durch einen Automatismus ;) Durch die Stapelverarbeitung konnte ich wenigstens das Übereinanderlegen der Einzelbilder für mich erledigen lassen.

Danach habe ich jedes Bild einzeln eingeblendet und die scharfen Teile des Bildes mithilfe von Ebenenmasken markiert und am Ende alles zusammengefügt. Leider habe ich nicht jede Ebene der Spinne scharf erwischt. Daher gibt es ein paar unscharfe Lücken.
Das Feintuning bestand aus Unscharf maskieren, einer Hochpassebene und Anpassung der Belichtung sowie ein paar überlagerten Farbebenen.

Aber ich finde, für den ersten Versuch, und das auch noch frei aus der Hand fotografiert, kann man das gelten lassen :P Hehe

Focus Stacking: Spinne. Fertiges Bild, Zusammensetzung aus vielen Einzelbildern

 

Uuuuuund wer kann mir jetzt verraten, was für eine Art Spinne das ist?! :D

Habt ihr schon mal Focus Stacking ausprobiert?

Liebste Grüße
Eure Laura

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